Tierschutz Euskirchen e.V.
 

Rex und Gildo

von Maria Szablewski
 

Schon lange nervte meine Tochter Chiara „Mama, ich will `ne Katze!“ Ok, da ich mich schon seit Jahren aktiv im Tierschutz betätigen wollte, schaute ich auf die Homepage des Tierschutz Euskirchen. Ich nahm Kontakt zu Frau Brigitte Harnak auf und erklärte ihr, dass wir auch noch zwei Hunde habe und das wir quasi in der Diaspora von Münstereifel wohnen. Schon am nächsten Tag gab es einen Klienten für uns, den ich mir am nächsten Tag anschauen durfte. So tauchte ich mit unseren Hunden Odin (Münsterländer-Mix und 6,5 Jahre alt – katzenerprobt) und Henry (Neufundländer 4 Monate alt – findet alles entweder cool oder gefährlich!!) bei Brigitte auf. Das erwählte Objekt der Begierde war Morgana, also mich fand die ganz cool und wickelte sich schnurrend um meinen Hals (im übrigen ich habe eine Katzenhaarallergie), ok ich musste weder husten, noch nießen und bekam auch kein Fleckfieber und keine Albinoaugen. So jetzt wurde es Ernst als erstes ließen wir Henry erscheinen. Morgana nun sicher hinter Gittern, fauchte und spuckte und schlug nach Henry, der gucke blöd, wunderte sich das der temperamentvolle nette „Hund“ nicht spielen wollte, zum Trost stürzte er sich auf das Katzenfutter. Wir gaben nicht auf und holten Odin dazu, doch auch zu ihm wollte Morgana kein Liebesverhältnis aufbauen. Was tun? Ich sah nach oben und von dort schauten mich drei Augen an und blicken auch ganz interessiert auf Odin und Henry. Jetzt ging alles ganz flott. Rex und Gildo wären das, die mal Katzenschnupfen hatten und daher hätte Gildo nur noch ein Auge, im übrigen wären sie mit 5 Hunden aufgewachsen. Womit für mich klar war, dass die beiden bei uns einziehen würden. Natürlich erst mal auf Probe. Bei der Fangaktion war Morgana tödlich beleidigt, dass sie zweimal die Transportbox verlassen musste, weil da ein Rex bzw. Gildo rein sollte.

Frau Jansen begleitete uns nach Hause um in Augenschein zu nehmen, wo die Herren den in Zukunft residieren sollten. Ich glaube, nicht nur mein Kaffee, auch wir und unser Zuhause konnten sie davon überzeugen, dass wir ein Viecherhaushalt sind.

Rex und Gildo flüchteten erst mal unter das Sofa, bedrängt von der „wuscheligen dicken nervtötenden schwarzen Katze“ (Henry!!). Wobei 5 kg Katze sich eleganter und schneller unter dem Sofa bewegen können als runde 20 kg Neufi-Welpe, daher ging die Sache 1:0 für die Kater aus. Henry lag immer noch unter dem Sofa, bzw. nur das Vorderteil von ihm. Dafür haben die Kater bereits erkundet wo es Futter gab und wo die Toilette ist. Ich war schon von den Mitarbeiterinnen des Tierschutzes vorgewarnt worden, dass die beiden etwas scheu wären am Anfang. Hm, also schon am Abend ließ sich Rex blicken und zwei Tage später konnte mein Besuch zusehen wie er sich mir um den Hals wickelte. Odin und die Kater finden sich super gut, der ist echt in Ordnung der Hund. ABER diese schwarze Nervensäge von Mammutwelpen, die ist furchtbar. Erstens frisst der sobald sich die Gelegenheit bietet das Katzenfutter weg. Wir haben hier schon etliches verbarrikadiert. Wobei die Kater und ich eigentlich froh  sein sollten, denn Henry ist durchaus ökologisch eingestellt, denn er stürzt sich mit dem gleichen Elan den er dem Futter zuwendet, auch auf das Katzenklo. Das heißt ich brauche das nicht sauber machen, Henry „entsorgt“ es beim Gassi gehen dann selbst. Erwische ich ihn, zetere und schimpfe ich natürlich, er liegt vor mir den Kopf auf den Pfoten guckt mich an als wolle er sagen „Ich war nicht am Katzenklo!“ dabei hat der die ganze Nase noch voll von weißen Kügelchen. Neuerdings gibt es Türsicherungen an strategisch wichtigen Türen. Eine Kette lässt soviel Platz, dass die Kater durch passen, aber ein Henry nicht.

Gildo war auch der erste der den Freigang wahr nahm. Eine ganze Nacht blieb er weg, dann saß er maunzend vor der Tür. Er hat uns auch was mitgebracht. FLÖHE!!!! Jetzt tragen alle Viecher Flohbänder und wurden mit Spot on versorgt. Ich pflege noch die letzten Flohbisse, nachdem ich ein Wochenende damit verbracht habe alles zu waschen, inklusive meiner Bettwäsche. Ach, hatte ich erwähnt, dass meine Tochter eine Katze wollte und ich eine Allergie habe? Hm, Rex und Gildo sind auf jeden Fall der Meinung, dass sie zu mir gehören. Rex schläft entweder auf meinen Füßen oder in meinen Kniekehlen und Gildo neben meinem Kopf. Rex war nun auch mal eine Nacht aushäusig und hat auch den Heimweg wieder gefunden. Raus können sie durchs Fenster, nur sind die Herren zu dusselig, um dort auch wieder herein zu kommen, dazu muss ich ihnen die Haustür öffnen.