Tierschutz Euskirchen e.V.
 

Moritz  (2. Fortsetzung)

Von U.Wissemann

 

Lange nichts von mir gehört? Mir geht es gut, ich habe inzwischen viel erlebt. Ich bin Berliner geworden, schon seit über zwei Jahren! Mäuse, Vögel und Eichhörnchen kannte ich ja schon, aber hier gibt es neben denen auch noch Maulwürfe und sogar Waschbären,  die werfen schon mal einen Blick in unsere Mülltonnen. Um die mache ich aber einen Bogen, die sind mir viel zu frech. Aber das Schönste:  Auch her gibt hohe Bäume, auf die ich klettern kann.

 

Louiza und ich vertragen uns inzwischen sehr gut. Wir sind ein tolles Team, vor allem dann, wenn es darum geht, in der Küche Futter zu erbetteln. Gemeinsam Jammern ist viel erfolgreicher, das hat mir Louiza beigebracht.  Sie jage ich immer noch gerne, aber sie nimmt das inzwischen mit Gelassenheit. Ich bin Fremden gegenüber nach wie vor zurückhaltend, jetzt, wo zwei Jahre vergangen sind, dürfen mich die neuen Catsitter auch mal anfassen, vorher bin ich immer abgehauen und habe mich so versteckt, dass mich niemand finden konnte.

 

Endlich bekommen wir keinen Besuch von fremden Katern mehr! Unsere Katzenklappe ist schlau, sie lässt nur Louiza und mich hinein, ganz ohne Halsband. Alle anderen müssen draußen bleiben.

 

Im Sommer habe ich sogar einen Polizeieinsatz ausgelöst: Ich war um Mitternacht noch nicht zu Hause, da hat mein Frauchen mit der Trockenfutterdose am offenen Küchenfenster gerappelt. Einer unserer Nachbarn – er hört nicht mehr so gut – glaubte, als er das Klappern vernahm, bei uns sei eine Scheibe eingeschlagen worden und rief die Polizei. Zu dritt sind sie mit Taschenlampen durch den Garten gepirscht und haben einen Einbrecher gesucht; ich bin schnell durch die Katzenklappe ins Haus gewitscht, als ich die Polizisten gesehen habe. Keiner hat’s gemerkt: Aber es war wirklich nur das Klirren des Futters in der Dose!

 

Wir sind gute Autofahrer geworden, manchmal fahren wir noch in unsere alte Heimat zurück. In unseren Kennels sind wir während der Fahrt extrem lieb.

 

Kürzlich hatte ich nach einem harten Kampf mit Nachbars Kater eine böse Verletzung am Bein und musste ganz oft in die Tierklinik. Das  hasse ich! Schon weil es da so komisch riecht. Und wenn wir warten müssen, treffen wir oft große Hunde, und die magich auch nicht.  Wir kennen viele von diesen Hunden, weil wir hinter unserem Zaun beobachten, wie sie vorbeigeführt werden, an einer Leine, wie unwürdig. Manche von ihnen regen sich tierisch auf, wenn sie uns bemerken, aber der Zaun ist zu hoch, sie können uns nichts tun. Ich bin jetzt jedenfalls wieder fit und bringe meinen Dosenöffnern aus Dankimmer mal eine Maus mit.

Berlin,  den   30.Dezember 2013